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(K)Ubuntu Linux auf dem Medion Akoya P2214t

17.08.2015

(K)Ubuntu Linux auf dem Medion Akoya P2214t

Die wichtigste Info vorweg: Es läuft, und alle wichtige Hardware einschließlich Touchscreen auch. Letzterer sogar out-of-the-box, jedoch (erstmal?) ohne Gesten und ohne Lagesensor (hab ich mich noch nicht dran versucht).

Die zweitwichtigste: Es macht jede Menge Probleme! Deswegen skizziere ich hier meine aller wichtigsten (und schwierigsten) Schritte. Mir war es die Mühe für den sehr guten Preis und das überzeugende Konzept (vollwertiger Laptop, hohe Auflösung, System auf schneller SSD, reichlich Speicher auf HDD, Convertible-Option (Tabletmodus)) wert.

Kurzbewertung

(bei Suche nach Problemlösungen überspringen)

Display: Super Auflösung, ansonsten selten schlecht: Miese Ausleuchtung, manchmal heftiger "Memory-Effekt", aber immerhin sehr hell. Kontentration auf das wesentliche eben. Ausserdem: Manchmal Grafikfehler unter Kubuntu (mit dem Tastatur-Patch (s.u.) aber gefühlt viel besser/weg!)

Scharnier: Wackelig, aber trotzdem warscheinlich robust. Herausnehmen einhändig: Wird nix!

Tastatur: Aufteilung gut, aber sehr klapprig, nicht ganz fest.

Mousepad: Ich wünschte es hätte Tasten, mistiges Klickpad, hat und Apple eingebrockt!

Netzwerk: Mit nem billigen USB3-Dongle hab ich GBit-LAN :-)

Meine Installation

Windows komplett runter werfen, denn die 64GB MMC/SSD will ich für Linux haben. Denn wenn ich das Tablet-Teil vom Dock löse habe ich keinen Zugriff mehr auf die 500GB Festplatte (übrigens eine mit nur 7mm Bauhöhe! Mehr passt nicht!)

Installieren

Das erste Problem: Die Tastatur tut nicht ohne selbstgebackenen Kernel, schon bei der Installation. Also: erstmal USB-Tastatur anstöpseln, sonst geht es nicht. Auch WLan geht bei der Installation nicht (findet zwar mein Netz, kommt aber nicht rein), direkt nach der installation läuft es aber out-of-the-Box.

Sonst: So wie gewünscht, aber: Nicht vergessen eine kleine Partition für das (U)EFI als Fat32 anzulegen (in der Standartroutine drin), mehr info auf Ubuntuusers.de

Nach der Installation erscheint dann nicht der Grub-Bootloader.

Der Grund: Das zu billige EFI in dem Gerät ist auf die Medion-Installation hardcoded: Es erwartet in der EFI-Partition GENAU die Datei

/EFI/BOOT/bootx64.efi

als Bootloader (und das obwohl im NVRAM der Eintrag für das ubuntu durchaus vorhanden ist!)

Die Lösung: Erstmal Booten mit Starthilfe: Auf deinem Installations-Stick (den du übrigens wahrscheinlich nicht mit WUBI erstellen kannst, da er EFI-Fähig sein muss) in der Datei

/boot/grub/grub.cfg

folgenden Eintrag hinzufügen:

 

menuentry "OS auf dem eigenen Rechner starten" { 	set gfxpayload=keep search --no-floppy --file --set=root /boot/grub/grubenv 	configfile /boot/grub/grub.cfg }

 

<edit 11.05.2016> (Hinweis von Christian B., danke dafür!) Wird der Stick unter Linux mit dem Befehl dd erstellt ist dieser nur lesbar. Die Erstellung unter Windows klappt, dann ist er auch schreibbar (so wie unter Linux bei Erstellung mit dem USB-Stick-Creator Tool)</edit>

Fertig ist deine Starthilfe.

Dann im lokalen System die erwünschte Datei erstellen mit folgendem Befehl:

 

grub-mkimage -o bootx64.efi -p /efi/boot -O x86_64-efi fat iso9660 part_gpt part_msdos normal boot linux configfile loopback chain efifwsetup efi_gop efi_uga ls search search_label search_fs_uuid search_fs_file exfat ext2 ntfs btrfs hfsplus udf

 

Diese Datei dann nach /boot/efi/EFI/BOOT/ verschieben (denn /boot/efi ist der Mountpunkt der Efi-Partition, der Ordner BOOT muss noch (als root) erstellt werden.

Dann noch in den gleichen Ordner eine Datei grub.cfg mit z.B. folgendem Inhalt:

 

set timeout=3 menuentry 'Ubuntu' { chainloader /efi/ubuntu/grubx64.efi }

 

Fertig ist das startfähige System.

Quelle:

askubuntu.com/questions/549647/uefi-machine-doesnt-boot-ubuntu-through-nvram-bootcatalog-how-to-fix

Tastatur

Ein fieser Hack, die zum laufen zu bekommen, hoffentlich liefert der Kernel bald die Treiber mit. Ich habe den 4.0.9-er Kernel aus dem mainline aber leider erfolglos getestet.

Naja, so geht's ersemal:

Kernel kompilieren ist nicht so schwer wie es sich anhört, hier steht wie es geht:

http://wiki.ubuntuusers.de/kernel/kompilierung

Die Einzige Änderung, der am Kernel-Code vorgenommen werden muss (freilich nach dem Entpacken nach obiger Anleitung) ist in der Datei

include/linux/hid.h

wo die Einstellung HID_MAX_USERS bei mir nun folgendermassen aussieht

#define HID_MAX_USAGES                  65536

 

Kompilieren (dauert! Ich habe das meinen Desktop-Rechner machen lassen!) und die Debian-Pakete installieren, fertig.

Das vorgehen lößt offenbar häufiger Tastatur-Probleme, oder auch Probleme mit Gaming-Mäusen.

Meine Quelle:

ubuntuforums.org/showthread.php

Nachdem es an sich läuft habe ich auf dem Anmeldeschirm aus irgend welchen Gründen noch ein US-Tastaturlayout, also kann ich mein Passwort auch auf einem solchen :-)

Touchscreen

(EDIT 25.8.2015)

Kubuntu (bzw. die Anwendungen) bringen praktisch keine Gesten-Funktionalität mit.

Damit der Touchscreen volle 10-Finger-Multitouch-Funktionalität erhält gibt's beim Hersteller Linux-Treiber:

http://www.eeti.com.tw/drivers_Linux.html

Damit man damit auch was anfangen kann gibt es touchegg (in den Repos), welches Gesten erkennt und in Befehle/Tastenkombinationen/etc. übersetzt. Das kann es auch Anwendungs-Bezogen.

Eine Anleitung zur Installation:

http://www.eeti.com.tw/drivers_Linux.html

denn: Auch wenn touchegg in den Repos ist, das Programm zur erstellung der Konfiguration ist es nicht. Diese liesse sich sonst aber auch manuell per Texteditor erstellen, Beispiele finden sich im Netz.

Dabei werden manche Gesten zZt. nicht korrekt erkannt, es gibt jedoch entsprechende aktuelle Bugmeldungen, ich warte diesbezüglich erstmal auf (K)Ubuntu 15.10.

WiFi

(edit 11.05.2016)

Es passiert immer mal dass das WLan nach dem Standby nicht funktioniert. Als Workaround funktioniert die Ausführung des Befehls

sudo iwlist wlan0 scan

bzw. seit Kubuntu 16.04

sudo iwlist wwlp1s0 scan

dann findet er wieder wLans.

Vielleicht geht auch ein

sudo ifup wlan0

habe ich noch nicht ausprobiert. Falls ja könnte man etwas entsprechendes in ein wakeup-skript packen (ja, ich weiß, fieser Hack... ;-)

 

Weiteres

Tipp für die Schriftgröße (Kubuntu): In den Systemeinstellungen unter "Schriftart" > "DPI für Schriften erzwingen" auf 150 einstellen, dann ist es auch gut Finger-Bedienbar (Wenn man die Menüleiste noch größer macht).

Noch ungelöste Probleme nach zwei Tagen basteln:

Nach dem Ab- und wieder Andocken geht manchmal die Tastatur und Touchpad nicht. Da Hilft bislang ein kurzes Standby (zuklappen) und dann eine Portion Geduld nach dem wieder einschalten (per Power-Knopf, Tastatur macht ja noch nichts ;-) ). Bei der Passworteingabe habe ich da manchmal ein US-Tastaturlayout.

Der Bootvorgang war noch zu lang, das Problem lag an Problemen mit dem verschlüsselten Swapspace.

Die Beschleunigungssensoren sollen bei mir auch irgendwann mal was tun, schaue ich bei Zeiten mal nach.

Ebenso wären die wichtigsten Gesten (Wischen und Zoomen) ganz nett, habe aber schon Lösungsansätze im Netz gesehen.

Bei weiteren Fragen könnt ihr mir auch mailen, vielleicht habe ich mittlerweile ja schon mehr hin bekommen und es nur noch nicht gepostet.

Gute weitere Info

http://www.wimmeralogic.com/Medion-Akoya-P2214T/Medion-P2214T-PLU91804.html

 

 

28.08.2016

Update: Scheinbaren Hardware-Totaldefekt reparieren

Mein Rechner hat sich die Tage in eine Zustand des scheinbaren vollständigen Todes versetzt (nach dem Laden von zwei Geräten gleichzeitig, wahrscheinlich eine Überlastung der Southbridge). Er reagierte auf gar nichts, auch 5sec. Power bewirkten noch nicht mal ein LED-Leuchten, geschweige denn ein BIOS-Bootscreen.

 

Es half: Display-Teil zerlegen (ist leicht lösbar geklipst) und den darin enthaltenen Akku vom Mainboard abstöpseln und nach einiger Zeit wieder anstöpseln.

28.04.2016

Update (K)Ubuntu 16.04

Seit dem Update auf 16.04 ist das Problem des fehlenden Tastaturtreibers offenbar gelöst: Die Tastatur funktioniert nun out-of-the-box.

20.01.2016

Update: Docking tut, Touchscreen gespidert: deaktivieren, Festplatte schlafen legen

Moin nochmal. Folgende weitere Erkenntnisse habe ich mittlerweile:

Docking zum laufen bringen

beim kernel Kompilieren das

xhci_hcd

als Modul, nicht als bult-in kompilieren, dann tut es bei mir.

Die Tastatur, zweite Akkuanzeige etc. ist wohl per USB3 angebunden, und dieses Kernelmodul macht probleme.

Bei mir tat die Tastatur immer erst wenn der Akku im Dock voll war (daher bildete ich mir erst ein dass es laufen würde)

Touchscreen deaktivieren

Ich habe schon nach wenigen Wochen meinen Touchscreen gespidert. Merke: Nicht mit der Seite an eine Tischkante o.ä. hartes stoßen.

Jetzt pfuschte mir der immer rein und die Maus lief amok, also in der Datei

/usr/share/X11/xorg.conf.d/10-evdev.conf

in die Sections mit tablet und touchscreen als letztes folgende Option einfügen:

        Option "Ignore" "On"

Die Datei sieht dann so aus:

#
# Catch-all evdev loader for udev-based systems
# We don't simply match on any device since that also adds accelerometers
# and other devices that we don't really want to use. The list below
# matches everything but joysticks.

Section "InputClass"
        Identifier "evdev pointer catchall"
        MatchIsPointer "on"
        MatchDevicePath "/dev/input/event*"
        Driver "evdev"
EndSection

Section "InputClass"
        Identifier "evdev keyboard catchall"
        MatchIsKeyboard "on"
        MatchDevicePath "/dev/input/event*"
        Driver "evdev"
EndSection

Section "InputClass"
        Identifier "evdev touchpad catchall"
        MatchIsTouchpad "on"
        MatchDevicePath "/dev/input/event*"
        Driver "evdev"
EndSection

Section "InputClass"
        Identifier "evdev tablet catchall"
        MatchIsTablet "on"
        MatchDevicePath "/dev/input/event*"
        Driver "evdev"
        Option "Ignore" "On"
EndSection

Section "InputClass"
        Identifier "evdev touchscreen catchall"
        MatchIsTouchscreen "on"
        MatchDevicePath "/dev/input/event*"
        Driver "evdev"
        Option "Ignore" "On"
EndSection

Festplatte in den suspend schicken

sudo hdparm -S 3 /dev/sda

sagt der Platte, dass sie nach 15sec. inaktivität schlafen gehen soll. Das ganze in ein Autostart-Script, z.B. in KDE unter

~/.config/autostart/

eine Datei

hdparm.sh

mit Inhalt

#!/bin/bash
sudo hdparm -S 3 /dev/sda

anlegen und eine

 

hdparm.desktop

 

mit Inhalt

 

[Desktop Entry]
Type=Application
Exec=/home/dirk/.config/autostart/hdparm.sh
Hidden=false
NoDisplay=false
X-GNOME-Autostart-enabled=true
Name[it_IT]=HdparmScript
Name=HdparmScript
Comment[it_IT]=Enable HD idle
Comment=Enable HD idle