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rings um Tasmanien

rings um Tasmanien - Kangaroo auf Eis

Donnerstag, der 30.08.2001, 100km, 876m ü.NN

Das Frühstück an Bord fällt ähnlich aus wie das Abendessen. Nach dem Anlegen fährst du direkt los durch steile Hügellandschaft, meist bergauf. Hätten die Rentner, die dir per Rad entgegenkommen, keinen Hilfsmotor montiert, könntest du sie tatsächlich ernst nehmen: immerhin haben die gerade fast Tasmanien umrundet, wo du noch am Anfang stehst.

 

Ab knapp 1000 Höhenmeter ändert sich dann die Landschaft von Weideland zu einem geisterhaften toten Wald: eingeschleppte Wurzelfäule bedroht die Wälder Tasmaniens. Das Wetter passt sich auch an: vorher fuhrst du durch strahlenden Sonnenschen, jetzt durch kühlen Nebel.

 

An deinem Tagesziel, Cradle Mountain, angekommen, erwartet dich ein halber Meter Schnee: der Campingplatz-/ Backpackersbesitzer weigert sich daher dir einen Zeltplatz zu geben, stattdessen handelst du Rabatt auf ein Bett aus.

 

 

 

Freitag, der 31.08.2001, 29km, 876m ü.NN

Du bist nicht ausgerüstet um den ganzen, hier beginnenden, "Overland-Track", ein 80km langer Wanderweg, bei der Schneehöhe zu begehen. Du entscheidest dich für eine Tagestour, den ganzen Track willst du dann von der anderen Seite angehen.

 

Unterwegs triffst du einen Engländer mit gleichen Absichten. Der ist zwar nicht ganz so fit, aber du überredest ihn dennoch gemeinsam den "Cradle Mountain" zu besteigen, leider ist oben nur Nebel. Zurück geht es dann schließlich die Abkürzung durch Büsche und Tiefschnee, sehr zum Ärger des Engländers. Tropfend vor Nässe und zitternd vor Kälte kommt ihr zurück am Backpackers an, dennoch ist dein Begleiter im Nachhinein gut zufrieden. ...nur gut, dass du dir noch vorher Handschuhe gekauft hast!

 

 

 

Samstag, der 01.09.2001, 118km, 270m ü.NN

Der Regen strömt und es ist eiskalt, dennoch machst du dich auf den Weg. Die Strecke ist ähnlich wie die vorgestern: auf den Bergabstrecken bremst du auf 50km/h in Kurven runter, um auch die nächste noch erleben zu dürfen. Auf 100m ü.NN hast du die Möglichkeit eine "Abkürzung" nach Queenstown zu fahren: du sparst 13km von den 64 und hast sogar noch eine wesentlich kleinere Strasse. Was die nicht-topographische Karte aber nicht zeigt: es geht noch mal schnell auf 650m ü.NN rauf, bevor es wieder auf 100m nach Queenstown wieder runter geht. Es hat sich trotzdem (wie immer) gelohnt: hervorragende Ausblicke auf die Berge, Wälder und Stauseen sind die Belohnung.

 

Nach der Bergbaustadt Queenstown geht es noch schnell 300 Höhenmeter rauf, 200 wieder runter - dann schlägst du in der Dämmerung dein Zelt bei einem verfallenen Hotel auf.

 

 

 

Sonntag, der 02.09.2001, 90km, 787m ü.NN

Schlecht hast du geschlafen, und zu allem Überfluss wecken dich morgends Bauarbeiter, die das alte Hotel (mitten in der Wildnis) renovieren wollen. Dein Zelt sehen sie nicht: das steht hinter einem Busch, aber die Blicke sind einmalig die du erntest, als du herausgefahren kommst!

 

Ganze 6km kommst du weit, dann hast du tatsächlich mal einen Platten. Danach kommst du aber auch nicht so richtig vorwärts: du bist müde und es geht immer auf-und-ab. Bei Lake St. Clair campst du auf dem Campground.

 

 

 

Montag, der 03.09.2001, 0km

Die $6 für den Campground sparst du dir, die Duschen kosten eigentlich 50 Cent, aber als alter Lockpicker feierst du aber Gratisorgien.

 

Der einzige Laden hier hat leider nicht deine Standardverpflegung: Haferflocken bzw. Brot, sondern nur schwere Konserven, egal. Um 10:30 Uhr kommst du dann los: zu Fuß den Overland-Track. Der völlig überpackte Tagesrucksack ist zwar nicht ganz für Zelt, Schlafsack etc. gebaut, aber es geht; das Fahrrad hast du bei der Rangerstation einschließen lassen.

 

Vor 1,5 Wochen hat es so viel geschneit wie seit 13 Jahran nicht mehr, daher liegen überall große abgeknickte Äste und Bäume im Weg, der Schnee ist aber hier größtenteils abgetaut. Die ganze Zeit stiefelst du durch den Regenwald, bis du schließlich in einer Hütte, es sind einige Schutzhütten entlang des Weges, dein Dosenfutter "genießt" und versuchst, bei der Kälte zu schlafen.

 

 

 

Dienstag, der 04.09.2001, 0km

Du scheiterst: es wird zwar schon wieder hell, aber geschlafen hast du nicht.

 

Heute kommst du nur recht langsam vorwärts: durch knietiefen Schnee geht es nur im Schneckentempo, ausserdem machst du noch 2 Abstecher zu Wasserfällen, was dich auch wieder eine Stunde kostet. Daher verzichtest du auf die erst geplante Besteigung von Mt. Ossa (1617m) und gehst lieber ein gutes Stück weiter, du erreichst fast Cradle Mountain, wo du zuvor die Tagestour gemacht hast. Immerhin regnet es heute nicht so viel wie gestern, es scheint sogar gelegentlich die Sonne!

 

 

 

Mittwoch, der 05.09.2001, 0km

In dieser Nacht schläfst du immerhin ein bisschen. Wie du aber so in der Nacht vor dich hinfrierst, beschließt du, auf dem Rückweg morgen nicht mehr Mt. Ossa zu besteigen, sondern direkt bis zur (weit entfernten) "Narcissus Hut" zurückzukehren. Morgens liest du aber in der Hütte, dass es der größte Berg Tasmaniens ist, also gipfelst du ihn doch. Dennoch erreichst du dein gestecktes Ziel: bei der Kälte machst du keine Pausen, und da du nicht schlafen kannst, läufst du die volle Zeit, die es hell ist!

 

Die Besteigung des Berges ist noch etwas schwieriger wie die von Cradle Mountain: Steiler Tiefschnee und Eis; Steigeisen und Eispickel wären nicht schlecht gewesen... Aber runter geht es besser: auf den abgetretenen Wanderstiefeln lässt sich super rutschen!

 

 

 

Donnerstag, der 06.09.2001, 63km, 395m ü.NN

Endlich bist du ausreichend müde, so dass du einigermassen schlafen kannst. Wenn die Ratten, die versucht haben an dein Futter zu kommen, nur nicht so laut gewesen wären... Am Morgen machst du dich dann auf den Weg zurück zur Rangerstation. Unterwegs triffst du tatsächlich 4 andere Wanderer - 2 davon waren Ranger, die den Weg reparieren für den Sommer. Der Weg ist eigentlich als Tagesmarsch angegeben, um 13 Uhr sitzt du aber schon wieder auf dem Fahrrad richtung Hobart, der Hauptstadt von Tasmanieen. Als die Sonne untergeht, hast du immerhin etwa 400 Höhenmeter verloren und freust dich auf eine etwas wärmere Nacht.

 

 

 

Freitag, der 07.09.2001, 127km, 28m ü.NN

Von wegen: nicht nur von der Aussenseite des Zeltes, auch von der Innenseite kratzt du das Eis ab, bevor du es einpacken kannst. Immerhin ist es so kalt, dass deine volle 600ml Trinkflasche komplett durchgefroren ist. Und das alles mit dem Billigschlafsack (Komfort bis +15°C, extrembereich bis +12°C !), den du in Sydney gekauft hattest, da dein richtiger auf dem Flug verloren ging. Wer ahnt denn schon so eine Kälte in Australien?!?

 

Gegen 8 Uhr fährst du los, die Finger sind taub, zum Frühstücken ist es dir zu kalt. Leider geht es zunächst den größten Teil der Strecke bergab, so dass dir nur der eisige Fahrtwind ins Gesicht bläßt, anstatt dass du dich warm arbeiten kannst. Bis 10 Uhr bist du dann von der Sonne und durch das Fahren ausreichend aufgetaut, um in Hamilton eine Frühstückspause zu machen. Von dort geht es zunächst angenehm hügelig, dann flach weiter, entlang von Schafswiesen und durch kleine Ortschaften.

 

Hobart ist die erste grössere Stadt, die du erlebst, wo man gut mit dem Rad reinfahren kann: ein Radweg geht entlang der Bahn bis ins Zentrum!

 

Abends ziehst du dann ins Backpackers ein, wo du dir reichlich Nudeln, gebraten mit Ei und Käse, machst, bevor du dich dann ins warme Bett legst. Auf eine Kneipentour hast du keine Lust mehr...

 

 

 

08.09.-12.09.2001, 135km, Hobart und Port Arthur